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Die Pandemie hat viele Menschen weltweit zu Hobbyforschern gemacht. In den letzten Tagen ging ein „Experiment“ im Netz viral, wo Menschen Fädchen auf einem Wattestäbchen mit Lebewesen verwechselten.

Auf sozialen Medien ist ein Video in Umlauf, wo eine Frau ein Teststäbchen von einem Coronavirus-Test mit einer Pinzette bearbeitet. Dabei erkennt sie, dass das Wattestäbchen nicht komplett aus Watte besteht, sondern sich silberne Fädchen darin befinden, die „gegeneinander kämpfen“.

Wenn man sich die Zusammensetzung der Stäbchen näher zu Gemüte führt, erkennt man, dass die Stäbchen nicht nur aus Baumwolle, sondern auch aus Polyester und Viskose bzw. Buchenzellstoffen, Eukalyptus und Fichte zusammengesetzt sind, Materialien die silbrig glänzen. Gerade diese Materialien sind es, die sich im Video zu bewegen scheinen bzw. gegeneinander „kämpfen“. Doch auch hierfür gibt es eine Erklärung: Es handelt sich um Luftzüge, die, während die Frau spricht, durch Wärme und elektrostatische Ladung die Bewegung der Teilchen beeinflussen.

Erinnern wir uns an das bekannte Experiment mit einem Luftballon und menschlichem Haar. Nachdem der Luftballon am Haar gerieben wurde, bewegten sich die Haare zum Luftballon hin. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Haare eigenständige Lebewesen sind, sondern den Regeln der Physik folgen, wie auch in unserem Video ersichtlich.

Fädchen verformen sich bei Wärme und bewegen sich zudem bei kleinsten Luftzügen.

Der erfahrene Biologe Dr. Mark Benecke erklärt in seinem Video wie man Fädchen dieser Art, von denen manche glauben sie seien unter der Haut wohnende Morgellonen, untersucht.

Der Biologe rief die Zuschauer seines Videos dazu auf, ein Eigenexperiment durchzuführen und zu schildern, was sie auf Masken und Tests finden. Ein Zuschauer folgte dem Aufruf und präsentierte seine Resultate. Es stellte sich heraus, dass das, was zunächst als Lebewesen aussah, bei Vergrößerung des Bildes bloß als Kunstfaser zu identifizieren war.