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Ärztin und Epidemiologin DDr. Schernhammer spricht aktuell von einer verzögerten Pandemie. Sie ist überzeugt: Ohne neue Maßnahmen für Ungeimpfte wird es nicht gehen.

Am gestrigen Mittwoch traten die ersten Maßnahmen des 3-Stufen-Plans der Bundesregierung in Kraft. Doch schon jetzt interessiert die Öffentlichkeit der Blick in die Zukunft: Was können wir in den nächsten Wochen erwarten? Dazu sprach DDr. Eva Schernhammer, Ärztin und Epidemiologin an der Medizinischen Universität Wien, im „Ö1-Morgenjournal“ vom Donnerstag.

Die Epidemiologin spricht aktuell von einer verzögerten Pandemie. Sie hält fest: „Wenn man sich impfen lässt, kann man damit für sich die Pandemie in den Griff kriegen.“ Doch der individuelle Aspekt allein würde in der Pandemie nicht ausreichen. Denn aktuell zögert sich die Pandemie unnötig hinaus, dauert also länger als sie sollte, weil die Impfrate so gering ist, erklärte die Expertin im „Ö1-Morgenjournal“.

Härtere Maßnahmen für Ungeimpfte?

Das Maßnahmen-Paket findet die Epidemiologin grundsätzlich durchaus durchdacht. Das verpflichtende Tragen von Masken sei eine sehr effiziente Maßnahme. Schernhammer vermutet, dass nur deshalb nicht überall FFP2-Maskenpflicht herrscht, damit man den Geimpften gegenüber Ungeimpften einen klitzekleinen Bonus geben könnte.

Aber: Bezüglich des Impffortschritts tut sich derzeit fast gar nichts. „Insofern glaube ich auch, dass irgendwelche weiteren Maßnahmen auf uns zukommen werden.“ Laut Schernhammer gilt es dabei nur noch zu entscheiden, ob man auf Belohnungen für Geimpfte oder Bestrafungen für Ungeimpfte setzen wird.



Neue Quarantäneverordnung sei kritisch

Nach nur einer Woche Schulbetrieb waren bereits über 400 Klassen in Quarantäne. Der Schulbetrieb kam damit fast zum Erliegen. Deswegen wurden die Bestimmungen nun gelockert: Nur noch der direkte Sitznachbar müsse sich im Falle einer Infektion absondern.

DDr. Schernhammer und ihre Kollegen sehen diese Entscheidung kritisch, weil insbesondere die ansteckendere Delta-Variante mittlerweile fast alle Corona-Fälle ausmacht. Diese würde sich jedoch nicht nur auf einen Meter im Klassenraum beschränken, sondern das Virus wird „im ganzen Klassenraum“ herumreisen. Die Ärztin hat zwar politisches Verständnis für die Maßnahme, stellt aber auch in Aussicht, dass man womöglich wieder zurückrudern muss.

Quelle: Heute.at

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